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Sie befinden sich hier: myfreedom.de / Die Entstehung von Homosexualität
Letztes Update dieser Seite: 19.01.2006


Inhaltsübersicht:

-> 4 Wie entsteht Homosexualität?
-> 4.1 Verführungstheorie, wer hat mein Kind umgedreht?
-> 4.2 Gefühlstheorie
-> 4.3 Vererbungstheorie, liegt Homosexualität in den Genen?

Inhalt:

4 Wie entsteht Homosexualität?

Viele Menschen wollen wissen, was der Ursprung von Homosexualität ist. Da stellt sich für mich die Frage, warum der Mensch das wissen will. Soll eine Erklärung dafür gefunden werden, warum viele Menschen laut der heterosexuellen Gesellschaft „anders“ sind als es der Norm entspricht? Oder wird damit viel eher eine Rechtfertigung des angeblichen Andersseins gesucht?
Für die Entstehung der individuellen Homosexualität sind im Laufe der Zeit viele Theorien entstanden, von denen einige widerlegt worden sind, andere jedoch auch aktuell noch Thema sind. Im Folgenden will ich drei der bekanntesten Theorien aufgreifen, die Verführungstheorie, die Gefühlstheorie und die Vererbungstheorie.

4.1 Verführungstheorie, wer hat mein Kind umgedreht?

Viele Eltern stellen die Theorie auf, dass ihr homosexuelles Kind durch Beeinflussung anderer Homosexueller schwul oder lesbisch geworden ist. Darunter fallen zum Beispiel Gruppenmasturbationsspiele in der Kindheit, bei welchen unter anderem gewettet wird, wer am schnellsten ist oder wer „den längeren“ hat. Da nahezu jeder Mensch (besonders im männlichen Bereich) solche Spielchen als Kind mal gemacht hat und von den Teilnehmern heutzutage lange nicht jeder, wenn überhaupt jemand, schwul oder lesbisch ist, fällt diese Theorie schon einmal weg.
Dann gibt es noch die Vermutung, das eigene Kind wäre von einem älteren Mann oder einer älteren Frau verführt worden! Die Knabenliebe kommt heute noch durchaus vor. Dass es dabei oftmals auch vom Kind ausgeht oder eben dieses es bewusst zulässt und Spaß daran hat, soll nicht verdecken, dass es in dem Bereich, wie genauso auch bei heterosexuellen Menschen, auch Missbrauchsfälle gibt. Sowohl als auch ist es heute widerlegt, dass eine spätere Prägung der Sexualität rein von solchen Erfahrungen des Kindes ausgeht. Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass positive Erfahrungen einen Teil dazu beitragen, doch zu dieser These mehr in Punkt 3.2 – Gefühlstheorie.
Die Verführungstheorie umfasst als Möglichkeit der Verführung auch Homosexuelle in der Verwandt- und Bekanntschaft. Das ist auch der Grund, warum viele Eltern vermeiden wollen, dass ihr Kind ein gesellschaftliches Umfeld hat, wo auch Homosexuelle vorkommen. Ob dies der richtige Weg ist – bleibt fragwürdig. Es steht jedoch fest: was man nicht weiß, macht einen nicht heiß. Dennoch können die Eltern ihr Kind auch nicht dauernd die Schule wechseln lassen, denn statistisch gesehen ist in jeder Klasse mindestens eine homosexuelle Person. Dass in der Klasse auch viele andere Kinder sind, welche später nicht homosexuell sind, widerlegt auch diese Argumentation vieler Eltern und Erziehungsberechtigter.
Natürlich spielen auch die Medien eine Rolle in der Beeinflussung eines Kindes. Zum Beispiel das Fernsehen. Dass vermehrt Homosexuelle in Serien und Filmen vorkommen (z.B. in „Lindenstraße“), stört viele Eltern sehr. Dass dennoch mehr als 90% im Deutschen Fernsehen heterosexuell basierend sind und viele andere Kinder diese Serien und Filme, wo Homosexuelle drin vorkommen, auch schauen und später dennoch nicht homosexuell werden, beschäftigt wenig.
Meistens haben Eltern diese Sorgen nur um ihres eigenen Ansehens willen. Im Vordergrund bleibt der Gedanke: „Nicht mein Kind“. Solche Gedanken macht sich eine lesbische Mutter in der Regel nicht, von wegen „Hilfe mein Kind wird Hetero, wer hat es umgedreht?“. Da sollte man sich doch Fragen, wie ausgereift die Akzeptanz in der deutschen Gesellschaft bezüglich des Themas Homosexualität ist. Denn: würde die Sorge vieler Eltern noch existieren, wenn Homosexualität kein (Tabu)Thema mehr in der Gesellschaft wäre?

4.2 Gefühlstheorie

Dieser Theorie nach spielen viele soziale Punkte zusammen, vor allem die des Homosexuellen selber. Es werden alle Menschen bisexuell geboren, also ohne in einer Kaste steckend, und der Mensch selbst entwickelt sich in seine Sexualität mit bewussten und unterbewussten Gedanken, Erfahrungen und Beobachtungen hinein. Dass hier die Erziehung an sich kaum eine Rolle spielt, wird allein daran nachgewiesen, dass sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Menschen querbeet oftmals dieselbe Erziehung genießen, also unter ähnlichen Einflüssen leben. Jeden besonderen Punkt im Leben haben beide schon einmal erlebt. Doch durch Beobachtungen in Medien, eigene Erfahrungen in der Kindheit und unterbewusste Gedankengängen prägt jeder homo- oder heterosexuelle Mensch laut dieser These seine Sexualität mehr oder weniger selbst. Dadurch, dass dies oftmals durch das Unterbewusste sehr früh geschieht, bestätigt dies auch die häufige Aussage von Homosexuellen, sie hätten sich schon immer schwul oder lesbisch gefühlt. Diese Theorie vertrete ich auch. Denn sie konnte im Gegensatz zu vielen anderen Theorien bisher nicht widerlegt werden, sondern wurde sogar durch viele Menschen, wie zum Beispiel vom Sexualforscher Dr. Kinsey mit seinen ausführlichen Studien (siehe Punkt 3.4), bestätigt.

4.3 Vererbungstheorie, liegt Homosexualität in den Genen?

Eine der Theorien ist zum Beispiel die Gen-Theorie. Hier wird vermutet, dass der Ursprung der Homosexualität in den Genen liegt, also jeder Mensch bereits mit einer sexuellen Orientierung auf die Welt kommt. Viele Wissenschaftler sind dieser Theorie bereits nachgegangen und haben die Geschlechtschromosomen XY (männlich) und XX (weiblich) des Menschen untersucht. Dabei gehen die Überlegungen bis hin zu einem eigenen Schwulen- und Lesben Gen, welches dadurch auch vererbbar ist. Des Weiteren wurden auch die Autosome, also alle 44 anderen Chromosome außer den beiden Geschlechtschromosomen, untersucht. Sowohl als auch kam man zu keinem handfesten Ergebnis. Viele Wissenschaftler halten eine Beeinflussung durch die Erziehung und das gesellschaftliche Umfeld (Punkt 1 und 2) zumindest ergänzend für sehr wahrscheinlich. Als Folge der Gentheorie wird auch in Erwägung gezogen, dass die Prägung der Sexualität auch durch „anderen“ Hormoneinfluss im Mutterleib wie auch nach der Geburt erfolgen könnte. Bei Lesben sollen im Mutterleib erhöht Androgene, also männliche Hormone, vorkommen, wodurch sie im späteren Leben mehr männlichere Eigenschaften besitzen sollen. Bei Männern hingegen sollen mehr weiblichere Hormone einflussnehmend auf die Sexualität sein, wodurch der schwule Mann sehr weiblich wirken soll. Sowohl als auch entspricht dies dem gesellschaftlichen Klischee und bestätigt sich nicht (siehe Punkt 2).
Alle Untersuchungen diesbezüglich führten bisher ins Leere, die These mit dem Hormonhaushalt ist inzwischen sogar widerlegt worden. Dadurch kommen die vorhergehenden Theorien in den Vordergrund.

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