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Sie befinden sich hier: myfreedom.de / Die Gesellschaft und Homosexualität
Letztes Update dieser Seite: 19.01.2006


Inhaltsübersicht:

-> 7 Gesellschaft
-> 7.1 Diskriminierungen von Homosexuellen
-> 7.2 Umgang der Jugend und der älteren Generation (ab 40)
-> 7.3 Lesben/Schwulen-Akzeptanzunterschiede
-> 7.4 Behandlung des Themas in Schulen
-> 7.5 Politische Gesetze bezüglich Homosexualität

Inhalt:

7 Gesellschaft

Was versteht man unter Gesellschaft? Der Begriff „Gesellschaft“ beschreibt im soziologischen Bereich im Prinzip das Zusammenleben von Menschen. Darunter versteht man in der Regel eine Gruppe von Menschen, welche eine gewisse Dichte besitzen, wie das „Volk“. Zum Beispiel sagt man als Redewendung „die deutsche Gesellschaft“. Der Soziologe Ferdinand Tönnies stellte neben den Begriff Gesellschaft auch noch die Gemeinschaft. Die deutsche Gesellschaft, wozu alles zählt was „normal“ ist und der „Norm“ entspricht, vertritt eine Meinung, welche in der Regel als „normal“ gilt. Da die Menschen meistens in einer verbreiteten Gesellschaft aufwachsen, lernen sie oftmals, die Dinge auch nicht zu hinterfragen, da sie diese als normal erlernen. Im Bereich Sexualität ist die deutsche Gesellschaft gängig heterosexuell und politisch gesehen durch Männer dominiert. Sowohl in großen Firmen als auch insbesondere in der deutschen Regierung sind fast nur Männer in den Spitzenpositionen, was sich auch im weiteren Feld stark auswirkt. In Amerika sind immer häufiger Frauen in sehr hohen Positionen, in San Francisco gilt statistisch gesehen nahezu jeder als bisexuell. Karl Marx zum Beispiel unterteilte die Gesellschaften in den geschichtlichen Entwicklungsstand der Produktionsverhältnisse wie „Kapitalismus“, „Sozialismus“ oder „Kommunismus“, um nur drei von sieben zu nennen. Wenn ich nachfolgend von „Gesellschaft“ rede, meine ich damit die deutsche, kapitalistische Gesellschaft.
Die Gesellschaft spielt in Sachen Sexualität eine sehr wichtige Rolle. Sie spielt im Leben eines Homosexuellen sowohl in der Entwicklung als auch in punkto Ausleben der Sexualität eine entscheidende Rolle. Leider ist Homosexualität in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema, was man daran sieht, dass es in der Regel nie angesprochen wird, in der Schule, wenn überhaupt, immer nur als Nebensache kurz erwähnt wird und immer noch Diskriminierungen wegen der Sexualität stattfinden. Der Gesellschaft – also auch Klassenkameraden eines Homosexuellen – ist es oftmals vorzuwerfen, dass besonders junge Menschen wegen ihrer Sexualität psychische Probleme entwickeln oder sich das Leben nehmen.

7.1 Diskriminierungen von Homosexuellen

Viele Homosexuelle werden auch heute noch wegen ihrer Sexualität diskriminiert. Dies geschieht oftmals durch Mobbing an Schulen oder im Beruf, da Homosexualität einfach nicht thematisiert ist und somit immer noch als außergewöhnlich gilt. Viele Schwulen und Lesben haben auch im weiteren Umfeld Probleme, teilweise sogar mit Leuten, welche dem Betroffenen gar nicht bekannt sind. Da kann ich nur aus einem eigenen Beispiel berichten: Von einem Freund habe ich erfahren, dass es zwei bis drei Leute gibt, welche mich verprügeln wollen, weil Zitat: „Schwul ist nicht normal“. Diese Art von Diskriminierung verbindet sich auch mit Gewalt, wenn es auch wahrscheinlich nur Aussagen in einer Gruppe waren, um zu verdeutlichen, wie sehr sie Schwule hassen, so ist es dennoch eine nicht zu verharmlosende Drohung, welche alltäglich auch durchgeführt wird. Oftmals gehen diese Diskriminierungen von Menschen aus, welche eine gewisse Angst vor Schwulen und Lesben haben. Das nennt man auch „Homophobie“. Meistens ist es so, dass Männer mehr Angst vor Schwulen haben (schauen sich nicht umsonst Lesbenpornos an) und Frauen mehr Angst vor Lesben. Diese Homophobie ist ein entscheidender Punkt in Sachen „Diskriminierung“. Oftmals gehen extreme Diskriminierungen auch von stark gläubigen Menschen aus. Es gibt kaum eine Religion, welche Homosexualität erlaubt. Dass sich Homosexualität auch bei gläubigen Menschen immer mehr ausbreitet, widerspricht oftmals den Vorstellungen der Religion selbst. Der katholische Papst beispielsweise spricht sich strikt gegen Homosexualität aus und will sogar soweit gehen, die deutsche Regierung in das katholische Programm hineinzuziehen. Die gerade auch vom Islam ausgehende Schwulenfeindlichkeit bringt des öfteren streng gläubige Menschen dazu, homosexuelle Menschen umzubringen, teilweise regelrecht hinzurichten. Dass dies der Koran, auf welchem der Islam basiert, gar nicht vorschreibt, ist vielen Gläubigen gar nicht bekannt. Die Türkei beispielsweise entwickelt sich in der Beziehung sehr gut; In den städtischen Gegenden kann man immer mehr Homosexuelle entdecken. Diese Entwicklung würde sich mit dem Beitritt der Türkei in die EU sicherlich auch auf die ländlichen Gegenden auswirken. Es gibt auch heute noch Länder, wo Homosexualität gesetzlich verboten ist und teilweise mit dem Tod bestraft wird. Im Iran beispielsweise wurden seit der Machtergreifung der Ayatollahs bereits über 4000 Homosexuelle hingerichtet. Ein Beispiel sind zwei Jugendliche, der eine Junge 18 Jahre alt, der andere 16 Jahre alt, welche am 19. Juli 2005 mit dem Vorwurf der Homosexualität hingerichtet wurden. Deutsche Medien stellten die Jugendlichen als Kinderschänder dar, was jedoch von iranischer Seite nie bestätigt wurde.
Das für eine Diskriminierung von Homosexuellen allein der Verdacht der Homosexualität ausreicht, sieht mal an dem Beispiel eines Schauspielers, welcher in der ARD-Serie „Verbotene Liebe“ einen homosexuellen Menschen spielt, im realen Leben jedoch nicht homosexuell ist und sowohl öffentlich als auch privat stark diskriminiert wurde.

7.2 Umgang der Jugend und der älteren Generation (ab 40)

In der Regel gehen Jugendliche anders mit dem Thema um als ältere Erwachsene. Kinder und Jugendliche beispielsweise erlernen früh Schimpfwörter wie „Schwuchtel“ oder „Kampflesbe“, was sie oftmals auch dazu verleitet, diese einzusetzen. Meistens beschäftigen sich die Kinder und Jugendlichen nicht einmal mit dem Thema, obwohl sie solche Schimpfwörter einsetzen. Dennoch wird Homosexualität dadurch thematisiert. Diese Generation lässt es auch oftmals zu, sich für diesen Bereich zu interessieren und aufklären zu lassen. Ältere Erwachsene haben dagegen oftmals eine festgesetzte Meinung, welche das Interesse und die Aufklärungsmöglichkeiten sozusagen automatisch verweigert. In dieser Generation wird Homosexualität weniger bis gar nicht angesprochen oder thematisiert. Unabhängig von den Generationen stößt man immer wieder auf eine gewisse Blockade, was auf die Tabuisierung des Themas in der Gesellschaft zurückzuführen ist. Das Thema ist unangenehm, teilweise auch für viele abstoßend. An den Ergebnissen der Gruppe „Schlau“ (Schwul-Lesbische Aufklärung von Lambda, sie gehen an Schulen und machen Aufklärungsrunden) sieht man, dass sich die jüngere Generation teilweise sehr für das Thema interessiert und sich auch darauf einlassen, wenn es von Schlau an den Schulen angesprochen wird.
In der älteren Generation gibt es immer noch einige, gerade im männlichen Bereich, welche sich wünschten, der Paragraph 175 (siehe Punkt 7.5) wäre nie abgeschafft worden. Dass sie damit inzwischen fast alleine stehen, ist vielen egal.

7.3 Lesben/Schwulen-Akzeptanzunterschiede

Akzeptanzunterschiede zwischen Lesben und Schwulen machen sich durch die männerdominierende Gesellschaft oftmals bemerkbar. Denn der heterosexuelle Mann steht in der Regel auch auf Lesbensex. Daraus folgend sind Lesben zumindest in der männlichen Gesellschaft mehr akzeptiert als Schwule. Dies zeigt sich auch im Bereich der Pornographie, welche oftmals als Medium in Form von Filmen oder Bildern existiert. Dabei sind Lesbenpornos in der Pornosammlung des heterosexuellen Nachbars keine Seltenheit, Schwulenpornos hingegen jedoch in keiner Weise vertreten oder wenn, dann zumindest verschwiegen.
Dass Lesben es dadurch nicht automatisch einfacher haben, sollte nicht verschwiegen werden. Dennoch herrscht eine gewisse Normalität gegenüber Lesben; wenn man zum Beispiel ein sich küssendes Lesbenpärchen auf der Straße sieht, wird es viel weniger wahrgenommen wie wenn zwei männliche Pärchen Hand in Hand laufen, was noch viel harmloser als ein Kuss ist. Dass liegt unter anderem sicherlich auch daran, dass Mädchen auch zusammen auf Toilette gehen und es für alle normal ist. Mädchen und Frauen geben sich oftmals auch Küsschen zur Begrüßung und zum Abschied – und es wird auch als normal angesehen. Würden dies Männer tun, wären sie meistens sofortiges Futter für das menschliche Auge.

7.4 Behandlung des Themas in Schulen

Im Prinzip sollte Homosexualität schon in der Grundschule behandelt werden. Denn genau in dem Alter lernen die Kinder auch die schon öfter genannten Schimpfwörter, genau in dem Alter lernen sie, mit Dingen umzugehen. Später wird das nur noch weitergebildet, nicht grundausgebildet. Dass die Kinder in dem Alter in den meisten Fällen noch keine Ahnung von Sexualität haben, sollte zur Folge haben, dass es im Unterricht auch nur erwähnt werden sollte, damit ein Grundverständnis da ist. Die Weiterführung und Bedeutung der verschiedenen Arten von Sexualität sollten dann in den weiterführenden Schulen erlernt werden. Die Wichtigkeit der Behandlung des Themas Homosexualität liegt darin, dass statistisch gesehen in jeder Klasse ein Homosexueller ist, welcher es damit einfacher hat, mit sich selbst klar zu kommen, neben dem die Beschimpfungen und Diskriminierungen durch die Enttabuisierung in der Gesellschaft abnehmen würden. Wird das Thema zu spät behandelt, sind oft bereits zu große Vorurteile gebildet und das Grundverstehen durch die Gesellschaft falsch entwickelt.

7.5 Politische Gesetze bezüglich Homosexualität

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entwickelte sich aus, bisher völlig legalem, gleichgeschlechtlichem Sex zwischen zwei Männern eine Verbrechensart namens „Sodomie“. Im Rahmen dessen entstanden die Sodomie-Gesetze, welche homosexuellen Sex zwischen Männern in den meisten Bereichen Europas unter Todesstrafe stellte. Die französische Revolution brachte dann viele Reformen mit sich, welche diese Sodomie-Gesetze entweder ganz abschafften oder sie von der Todesstrafe auf Gefängnisstrafe abgemildert haben. Mit der Reichsgründung Deutschlands entstand dann auch der §175 im Strafgesetzbuch (StGB), welcher die „Unzucht zwischen Männern“ unter Strafe stellte. Durch die Nazis wurde dieser Paragraph noch einmal verschärft, homosexuelle Männer hatten hier mit der Todesstrafe zu rechnen. Im Jahr 1957 in der DDR und 1969 auch in der gesamten Bundesrepublik wurde dieser Paragraph dann auf ein Schutzalter von Jugendlichen unter 21 Jahren beschränkt, 1968 im Osten und 1973 im Westen wurde dieses Schutzalter dann auf 18 Jahre herabgesetzt. 1989 dann strich die Volkskammer der DDR den Anti-Homosexuellen-Paragraphen ersatzlos aus dem StGB, 1994 folgte dem unter Zwang im Zuge der Rechtsangleichung nach der Wiedervereinigung auch der deutsche Bundestag. Dass lesbische Handlungen zwischen Frauen in diesem Paragraphen nicht erwähnt wurden, beweist die in Punkt 7 erwähnte hohe Männerdominanz der deutschen Gesellschaft.
In Jamaika wird schwuler Sex auch heute noch laut Artikel 76 des „Offensives against the Person Act“ mit 10 Jahren Haft inklusive schwerer Zwangsarbeit bestraft, Akte körperlicher Intimitäten zwischen Männern laut Artikel 79 nur mit 2 Jahren Haft.
In Sansibar wurde am 13. April 2004, also letztes Jahr, ein Gesetz in Kraft gesetzt, welches Sex zwischen homosexuellen Männern mit 25 Jahren Haft bestraft, was der Strafe für Mord gleichkommt. Hier kommt es das erste Mal vor, dass auch lesbischer Sex bestraft wird, in dem Fall im Vergleich zu Schwulen mit nur 7 Jahren Haft.
In der heutigen Zeit ist Homosexualität in den meisten westlichen Ländern straffrei, in der so genannten dritten Welt existieren dennoch weiterhin zum Teil Sodomie-Gesetze. In manchen islamischen Staaten beispielsweise wird damit die Wiederbelebung alter religiöser Gesetze angewandt.

Die folgende Zeichnung zeigt die aktuelle Gesetzeslage auf der Welt:

Die Gesetzeslage in der Welt - Stand 2005

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