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Letztes Update dieser Seite: 19.01.2006
Inhaltsübersicht:
-> 2 Was ist Homosexualität?
-> 2.1 Allgemeines
->2.2 Umgangssprachliche deutsche Begriffe
->2.3 Umgangssprachliche englische Begriffe
->2.4 Fehlende Begriffe zur Beschreibung des Homosexuellen
Inhalt:
2 Was ist Homosexualität?
2.1 Allgemeines
Homosexualität ist – wie der Begriff schon beinhaltet – eine Sexualität – also die sexuelle Ausrichtung – eines Menschen, bei welcher sich sowohl die Liebe, als auch das sexuelle Begehren gegenüber dem gleichen Geschlecht äußert. Zum Beispiel steht eine Frau dann auf Frauen statt auf Männer und ein Mann steht mehr auf Männer als auf Frauen. Theoretisch kann man den Begriff „Homosexualität“ auch auf die sexuelle Handlung reduzieren, da jedoch statistisch bewiesen ist, dass viele der heute heterosexuellen Menschen in jungen Jahren gleichgeschlechtlichen Kontakt hatten, würde man diese Menschen unter Umständen durch eine Differenzierung des Begriffes auf „sexuelle Handlungen“ der reinen Homosexualität gleichstellen.
Der Begriff „Homosexualität“ entstand 1869 als Wortneubildung des 19. Jahrhunderts durch den Menschenrechtler Karl-Maria Kertbeny und setzt sich zusammen aus (griechisch) Homo = gleich, gleichartig und (lateinisch) sexus = Geschlecht. Kertbeny beschreibt als Ursache seines erhöhten Einsatzes für gleichgeschlechtliche Liebe ein Erlebnis: Ein guter Freund von ihm, welcher homosexuell war, hat sich letztendlich wegen seiner Sexualität das Leben genommen.
2.2 Umgangssprachliche deutsche Begriffe
Die umgangssprachlichen Begriffe im deutschen Sprachraum sind „lesbisch“ (die homosexuelle Frau) und „schwul“ (der homosexuelle Mann).
Dabei wird der Begriff „schwul“ von „schwül“ abgeleitet, was auch „drückend heiß“ bedeutet und somit eine Parallelbildung zu kühl darstellt, woraus man einen gesellschaftlicher Aspekt ziehen könnte: „der harte Mann ist kühl und hart“, „der Schwule warm und zerbrechlich“.
Der Begriff „lesbisch“ hingegen wird von der griechischen Insel „Lesbos“ abgeleitet, wo die Frauen liebende Dichterin „Sappho“ lebte.
Ursprünglich wurde die Bezeichnung „schwul“ schon damals als abwertend gebraucht, bis die Schwulenszene selbst im Rahmen der Emanzipationsbewegung diesen Begriff zur Provokation und als politischen Kampfbegriff übernahm und damit die abwertende Bedeutung soweit zurück drängte, dass „schwul“ heute selbst in der deutschen Gesetzgebung auftaucht. Trotzdem wird der Begriff heutzutage oftmals immer noch als Schimpfwort verwendet.
Interessanterweise galt und gilt das Wort „lesbisch“ an sich nicht als Schimpfwort, es wird nur in Verbindung mit anderen gängigen Schimpfwörtern verwendet wie im folgenden Beispiel: „Scheiß Lesbe“ oder „Kampf-Lesbe“.
Wie sich bereits an den oben genannten Bezeichnungen „schwul“ und „lesbisch“ erkennen lässt, ist mit den Begriffen auch ein gewisses Klischee verbunden, in welchem die Schwulen oftmals als „weibisch“, „feminin“ und „weich“ und die Lesben als „maskulin“ und „hart“ bezeichnet werden. Dass sich diese Klischees nur teilweise bestätigen, dürfte jedem bewusst sein, der Schwule und Lesben in seinem Bekannten oder Verwandtenkreis hat. Männer, welche eine stark ausgeprägte feminine Seite zeigen, werden „Tunten“ genannt, was pauschalisierend auf alle Schwulen den abwertenden Begriff „Schwuchtel“ mit sich trägt. Viele weitere Schimpfwörter reduzieren die Homosexuellen meist auf Sexualpraktiken, was auch wieder Verallgemeinerungen mit sich ziehen. Dazu gehören unter anderem die folgenden Schimpfwörter: „Rosettenkavalier“, „Arschficker“, „Arschritter“, „Analpriester“, „Darmstädter“, „Hinterlader“, „Backenspalter“ und „Nougatstecher“. Dass sich diese Schimpfwörter auf den Analverkehr beziehen, ist unschwer zu erkennen. Dass bei homosexuellen Männern der „Analverkehr“ durchaus nicht der Regelfall ist, ist wenig bekannt. Neben dem verkehren die Menschen, welche diese Schimpfwörter nutzen, oftmals selber anal, jedoch im heterosexuellen Bereich.
Homosexuelle Frauen werden ebenfalls mit Schimpfwörtern in ein Klischee der „männlichen Frau“ gesteckt und somit als „etwas“ pauschalisiert, was sicherlich vorkommt, jedoch nicht an der Homosexualität liegt. Infolgedessen gibt es diese Schimpfwörter: „Butch“, „Kampflesbe“ und „Amazone“.
2.3 Umgangssprachliche englische Begriffe
Im englischen Sprachraum wurde zunächst der Begriff „queer“ zur Bezeichnung von Lesben und Schwulen benutzt, was „seltsam, komisch“ heißt. Um sich von diesem abwertenden Ausdruck zu distanzieren, setzte die Lesben- & Schwulenbewegung als geschlechtsneutrale Selbstbezeichnung von Homosexuellen den Begriff „gay“ durch, welcher zuvor die Bedeutung „fröhlich“ und „bunt“ hatte. In den 70er Jahren jedoch verengte sich der Begriff „gay“ auf homosexuelle Männer, was ähnlich dem im deutschen Sprachgebrauch genutzten Wort „schwul“ kommt. Lesbische Feministinnen eigneten sich in der Zeit zunehmend die Bezeichnung „lesbians“ und „dykes“ an.
Anfang der 90er Jahre eignete sich zumindest innerhalb radikaler politischer Kreise wieder das Wort „queer“ an, diesmal jedoch umfasst der Begriff auch Transgender, was wieder eine Pauschalisierung von individuellen Menschen mit sich zieht.
Diese ganzen Begriffe zeigen, wie sehr der Mensch, egal ob homo-, bi- oder heterosexuell immer wieder pauschalisiert und in eine Ecke oder Kaste geworfen wird. Wo bleibt da die Individualität? Warum sieht der Mensch nicht den Menschen sondern meint, diese unterteilen zu müssen?
2.4 Fehlende Begriffe zur Beschreibung des Homosexuellen
Nun hatten wir die Bezeichnungen im deutschen und englischen Sprachraum für Homosexuelle. Doch wie sieht es in anderssprachigen Ländern und Kulturen aus?
Die wenigsten von ihnen hielten es aufgrund der gedachten Minderheit für notwendig, homosexuellen Menschen einen Begriff zu geben. Heterosexuelle jedoch wurden als solche, also Heterosexuelle, bezeichnet.
Im Arabischen zum Beispiel gibt es bis heute keinen festgelegten Begriff für Schwule und Lesben. In der Regel wird ein Mensch, der eine durch den Islam verbotene sexuelle Handlung in Form von Analverkehr betreibt, als „luti“ bezeichnet. Dies ist jedoch relativ allgemein. Näher an „Homosexualität“ liegend ist die Beschimpfung „shadh“ („anormal“, „unnatürlich“), welche oftmals auch von den arabischen Medien zur Diffamierung verwendet wird. Dann gibt es noch die wertfreien Begriffe wie mithli für Schwule und mithliya für Lesben. Dabei leiten sich die Bezeichnungen von dem Wort „mithl“ ab, was auch „gleich“ heißt.
Weitaus weniger wertfrei ist der ungarische Begriff „buzi“, welchen sich die Homosexuellenbewegung in Ungarn momentan anpassen. Dieser Begriff wird immer dann benutzt, wenn man seinem Ärger Luft machen will.
Der Begriff „Down-Low“ leitet sich von „to be on the down low“ („es nicht an die große Glocke hängen“) ab und entwickelte sich in den 90igern in der afroamerikanischen Bevölkerung. Er dient auch zur Abgrenzung von weißen Homosexuellen.
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